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FELIX MANDL FONDS

Hintergrund


Burnout im medizinischen Bereich

Der Begriff Burnout beschreibt ein Syndrom, das gekennzeichnet ist durch emotionale und körperliche Erschöpfung, Depersonalisation, teilweisen sozialen Rückzug aus der Arbeit und verminderte Leistungsfähigkeit.

Deutliche Entmutigungserscheinungen zeigen sich bereits früh in der Berufslaufbahn.

Neben den gravierenden Folgen für die Betroffenen hat Burnout auch wesentliche Auswirkungen auf therapeutische/pflegerische Entscheidungen. Damit gehen eine verminderte Qualität der Patientenversorgung aber auch hohe sozialökonomische Folgekosten einher.Burnout im medizinischen Bereich

Das Risiko für Burnout wird durch Dispositionen auf der persönlichen Ebene und durch Bedingungen des Arbeitskontextes und der Organisationsebene beeinflusst. Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung von Burnout sind demgemäß bei der betroffenen Person und im Arbeitsumfeld wesentlich.

Im Intensivbereich bestehen einerseits besondere Belastungen und andererseits eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen.

Nur in wenigen Studien wurde die Effektivität von Maßnahmen bei medizinischem Personal anhand validierter Burnout-Messinstrumente erhoben. Studien belegen außerdem, dass Hilfe oft erst in späten Burnoutstadien – wenn überhaupt - in Anspruch genommen wird.


Maßnahmen gegen Burnout und systemisches Coaching

Sowohl in der Fachliteratur als auch in populären Publikationen werden zahlreiche Maßnahmen gegen Burnout empfohlen. Auf der individuellen Ebene sind dies unter Anderem Entspannungstraining, Zeitmanagement, Psychotherapie und Stärkung des sozialen Netzes. Auf der institutionellen Ebene werden z.B. Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszeitgestaltung und Leadership-Maßnahmen genannt. Häufig handelt es sich hierbei jedoch nicht um wissenschaftlich geprüfte Maßnahmen sondern um so genannte Expertenmeinungen. Die praktische Erfahrung zeigt überdies, dass viele der empfohlenen Maßnahmen von Teams oder Einzelpersonen nicht oder nur kurzfristig umgesetzt werden – in den meisten Fällen wohl, weil die Betroffenen nicht den Eindruck hatten, dass die jeweilige Maßnahme tatsächlich ihre wesentlichen Bedürfnisse oder Probleme im Team und/oder auf der individuellen Ebene berücksichtigt.

Systemisches Coaching ist eine lösungsorientierte Beratungsform im beruflichen Kontext und sowohl im Einzel- als auch im Teamsetting anwendbar. Coaching ist ein interaktiver, personenzentrierter Beratungsprozess, bei dem die berufliche Rolle im Vordergrund steht. Der Coach liefert allerdings in der Regel keine direkten oder vorgeformten Lösungsvorschläge, sondern begleitet und unterstützt den/die Gecoachte/n bei der Formulierung von Zielen, der Entwicklung von Lösungen und den dazu nötigen Schritten im Alltag. Es fokussiert daher auf eine zielorientierte Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten in Passung an das Kundensystem. Coaching basiert auf Freiwilligkeit und gegenseitiger Akzeptanz und zielt auf eine Förderung von Selbstreflexion und –wahrnehmung und Verantwortung.

 

Die Idee zum Projekt

Die Wichtigkeit und Dringlichkeit von Burnout in medizinischen Berufen und der Wunsch betroffenen Personen und Teams konkrete Unterstützung anzubieten bildeten die Grundlage zur Idee des Projekts „Burnout auf Intensivstationen – Ein ressourcenorientierter Ansatz“.

ProjektideeEntscheidend für das Projekt ist einerseits, dass es den TeilnehmerInnen einen konkreten Nutzen bringen soll. Andererseits ist und die partnerschaftliche Kooperation und das „Gemeinsame“ von ÄrztInnen und Pflegepersonen sehr wichtig, denn die Zusammenarbeit dieser Berufsgruppen ist für die Qualität unseres Leistungen aber auch für unsere Befindlichkeit am Arbeitsplatz „Spital“ ein entscheidender Faktor. Aus diesem Grund wendet sich das Projekt an beide Berufsgruppen und die Studiengruppe setzt sich aus Vertretern der Ärzteschaft als auch des Pflegepersonals zusammen (neben Experten aus Medizinsoziologie und Gesundheitsökonomie).

Neben dem unmittelbaren Nutzen ermöglicht das Projekt aber auch die systematische Dokumentation und wichtige Analysen zum Thema „Burnout auf Intensivstationen“ – und zwar einerseits hinsichtlich der Entstehungsbedingungen aber vor allem auch zum besseren Verständnis von umsetzbaren und sinnvollen Lösungs-und Verbesserungsmöglichkeiten.

Die Teilnahmen mehrerer Stationen in verschiedenen Spitälern Wiens ermöglicht dabei den Vergleich verschiedener, im Projekt erhobener Burnoutfaktoren und Arbeitssituationen sowie der entwickelten Lösungs- und Verbesserungsansätze sowie gegenseitiges Lernen und Vernetzung.